Press
Nach-Fragen (2009)
Reviews of the premiere performances
by Annette Dasch, Sopran & Wolfram Rieger, Klavier
All German translations by Christian Rogowski, Professor of German, Amherst College.
"Nach-Fragen" im Konzerthaus: Annette Dasch sang Uraufführung in Dortmund
Von Julia Gaß, Ruhr Nachrichten, 19. März 2009
Historische Momente machen das Konzertleben spannend. Davon gab es am Mittwoch im Dortmunder Konzerthaus zwei: Annette Daschs Uraufführung von Richard Beaudoins Liederzyklus "Nach-Fragen" und die Staffelübergabe an die zweite Riege "Junge Wilde".
Den amerikanischen Komponisten Beaudoin kennt man weniger als die Texte, die er in dem für Annette Dasch komponierten Zyklus vertont hat. Die stammen aus dem Buch "Nachdenken über Christa T." von Christa Wolf, die am Tag der Uraufführung 80. Geburtstag feierte. Ein Buch der philosophischen und existentiellen Fragen, der Frauen- und DDR-Träume, ist das Buch.
Beaudoin, ein Komponist mit großem Sinn für Klangästhetik, hat in 15 Liedern mit zwei Klavier-Intermezzi (großartig: Pianist Wolfram Rieger) diese Fragen in fast noch spätromantische Klänge gekleidet und sie meist dann, wenn die Antworten fehlen, mit Sprechgesang hervorgehoben. Konzentrierte Spannung gab Annette Dasch den Liedern, deutete die tiefgründigen Texte intensiv, zog einen großen Spannungsbogen über den Zyklus. - Ein eindrucksvolles Werk und eine berührende Interpretation.
"Nach-Fragen" at the Konzerthaus: Annette Dasch sings Première in Dortmund
by Julia Gaß, Ruhr Nachrichten, 19. March 2009
Historical occasions make concert life exciting. On Wednesday, there were two of them: Annette Dasch’s premiere of Richard Beaudoin’s song cycle “Nach-Fragen” and the handing over of the baton to the second roster of “Junge Wilde.”
One knows American composer Beaudoin less than the texts that he set to music for the cycle he created for Annette Dasch. They are taken from the book “Nachdenken über Christa T.” by Christa Wolf, who celebrated her 80th birthday on the day of the premiere. It is a book of philosophical and existential questions, of women’s- and GDR-dreams.
Beaudoin, a composer with a highly developed sense of the aesthetics of sound, has in fifteen songs with two piano intermezzi (with the fantastic pianist Wolfram Rieger) dressed these questions in sounds that are almost still late romantic, and whenever the answers are missing, he emphasized them with Sprechgesang. Annette Dasch bestowed concentrated tension to the songs, interpreted the deeply probing texts with intensity, drew a grand arc of tension across the cycle. – An impressive work and a moving interpretation.
Neue Musik: Nach-Fragen zu unserer Existenz
Martin Schrahn. WAZ [Westdeutsche Allgemeine Zeitung], 19.03.2009
Dortmund. Neue Musik hat es schwer im Konzertbetrieb. Die Avantgarde wird oft in spezielle Reihen oder Festivals abgedrängt, wo Liebhaber unter sich sind - eine Ur- und zwei Erstaufführungen im Konzerthaus Dortmund. Es ist etwas Besonderes, dass in Dortmund jetzt eine Uraufführung und zwei Deutsche Erstaufführungen in einer Woche im Programm waren. Doch das Neue war weit weg von der Experimentierfreude der Avantgarde. In Fabian Müllers Orchesterstück „Taranis“, geschrieben für den Dirigenten Andrey Boreyko, wurde das besonders deutlich...
...Von anderem Kaliber ist Richard Beaudoins Liedzyklus „Nach-Fragen”, geschrieben für die famose Sopranistin Annette Dasch, auf der Grundlage von Christa Wolfs Roman „Nachdenken über Christa T.“. Der amerikanische Komponist lässt das expressionistische Melodram mit solcher Raffinesse und Konsequenz aufleben, dass das Werk zum spannenden Hörerlebnis wird.
Kongenial die Interpretation von Dasch und dem Pianisten Wolfram Rieger, die das Nach-Fragen nach den Grundlagen unserer Existenz ohne Larmoyanz oder erhobenen Zeigefinger zelebrieren.
New Music: Inquiries into our Existence
by Martin Schrahn, WAZ [Westdeutsche Allgemeine Zeitung], 19.03.2009
New music has a hard time on our concert circuit. The avant-garde is often marginalized into special series or festivals, where afficionados are among themselves. So it is something special that in the same week Dortmund had one world premiere and two German premieres on its program. Yet these new works were far removed from the pleasure in experimentation of the avant-garde. This became especially clear in Fabian Müller’s orchestral piece “Taranis,” written for conductor Andrey Boreyko...
...Of a different caliber is Richard Beaudoin’s song cycle “Nach-Fragen,” written for the fabulous soprano Annette Dasch, on the basis of Christa Wolf’s novel “Nachdenken über Christa T.” The American composer makes the expressionist melodrama come alive with such refinement and consistency that the work becomes an engaging listening experience.
On a par the interpretation of Dasch and pianist Wolfram Rieger, who celebrate this inquiry into the foundations of our existence without any sentimentality or didacticism.
Bernd Aulich, “Auf dem Sprung zur Weltkarriere: Annette Dasch brilliert im Konzerthaus.”
Bernd Aulich, Recklinghäuser Zeitung, Nr. 67, 20 March 2009
[...] Kann man Prosa singen wie die Lyrik eines Lieds? Annette Dasch kann es, und sogar höchst expressiv. Richard Beaudoin hat für sie mit dem Gesangszyklus “Nach-Fragen” eine Passage aus dem Roman “Nachdenken über Christa T.” vertont, mit dem Christa Wolf in der DDR eine kritische Lebensbilanz vollzog. Dass die Uraufführung am Tage des 80. Geburtstags der großen Autorin Aufführungen im Concertgebouw in Amsterdam und im Wiener Konzerthaus vorausging, schmeichelt der Metropole Ruhr.
Mit akademischen Verweisen auf Schubert, Bach und Janacék hat der Harvard-Lehrbeauftragte eine dem Sprechgesang angenäherte, kunstvoll symmetrische, hochexpressive dramatische Miniatur mit durchsichtigem Klaviersatz geschaffen. Annette Dasch und Wolfram Rieger als überragender Partner erwiesen sich als Interpreten auf der Höhe dieses eindrucksvollen Werkes.
Poised for a World Career: Annette Dasch excels at the Konzerthaus
Bernd Aulich, Recklinghäuser Zeitung, Nr. 67, 20 March 2009
[ ...] Can one sing prose like the lyricism of a Lied? Annette Dasch can, and indeed, in a most expressive manner. With the song cycle, “Nach-Fragen,” Richard Beaudoin has set a passage to music for her from the novel “Nachdenken über Christa T.” with which Christa Wolf critically examined life in the GDR. It was flattering for the Ruhr metropolis that the premiere, held on the 80th birthday of the great author, preceded performances at the Concertgebouw Amsterdam and the Vienna Konzerthaus.
With academic references to Schubert, Bach, and Janacék, the Harvard Lecturer created a highly expressive dramatic miniature that approaches Sprechgesang, with artful symmetry and a transparent piano part. As interpreters, Annette Dasch and Wolfram Rieger, as outstanding partner, proved to be fully up to the challenge of this impressive work.
Sonja Müller Eisold, “Wie man existenzielle Gedanken singt.”
Sonja Müller Eisold, Westfälische Rundschau Nr. 67, 20 March 2009
[...] und hatte zudem eine Uraufführung im Gepäck. Der amerikanische Komponist Richard Beaudoin schrieb eigens für sie den Gesangszyklus “Nach-Fragen” auf Texte von Christa Wolf (aus dem Roman “Nachdenken über Christa T.”).
Er kreist um die Frage “Was ist das: dieses Zu-sich-selber-Kommen des Menschen?” und ist eine Reflexion über die Zeit und das Menschsein. In dem dreiteiligen Stück komponiert Beaudoin dicht aus dem Text heraus, stellt Lieder neben Rezitativisches und bezieht sich bisweilen auf Bestehendes. Er nennt es “Nach-Bilder früherer Werke (Bach, Schubert, Janacek), in seine eigene Sprache übertragen.
Annette Dasch hat eine Stimme von bezauberndem Timbre. Sie geht mit ihr sorgsam um, stellt sie in den Dienst innigen Ausdrucks. So vermochte sie das neue Werk den Zuhörern nahezubringen, sie zu interessieren für diese musikalische Umsetzung existenzieller Gedanken.
How to Sing Existential Thoughts
Sonja Müller Eisold, Westfälische Rundschau Nr. 67, 20 March 2009
[...] moreover, she brought a premiere along. American composer Richard Beaudoin wrote a song cycle ‘Nach-Fragen” especially for her, based on texts by Christa Wolf (from the novel, “Nachdenken über Christa T.”).
It revolves around the question, “What is it: this coming-to-oneself?” and is a reflection on time and on being human. In the three-part piece, Beaudoin’s composes with great attention to the text, he juxtaposes Lieder with recitative-like passages, and occasionally makes reference to existing musical material. He calls this “After-Images” of earlier works (Bach, Schubert, Janacek), transposed into his own musical language.
Annette Dasch has a voice of enchanting timbre. She handles it with great care, placing it in the service of intense expression. She thus managed to open up the new work to the listeners, to get them interested in this musical rendering of existential thoughts.
Gefeierte Eindringlichkeit
by Stefan Beig, Wiener Zeitung, 22.03.2009
[...] Die zweite Hälfte eröffnete der in Österreich erstmals aufgeführte Gesangszyklus "Nach-Fragen" des Briten Richard Beaudoin nach Texten Christa Wolfs, der in Klangsprache und Gestik an den atonalen Schönberg gemahnte.
Celebrated Intensity
by Stefan Beig, Wiener Zeitung, 22.03.2009
[...] The second half was opened by the song cycle “Nach-Fragen” by Briton [sic] Richard Beaudoin after texts by Christa Wolf, which saw its first Austrian performance. Its sonic language and gestures were reminiscent of atonal Schönberg.
Konzerthaus: Keine Angst vor dem Klabautermann
Walter Wiedringer, Die Presse, 22.03.2009
[...] Die Originalität der Liedzusammenstellung war die eigentliche Stärke des Abends, dem Wolfram Rieger, dieser hervorragende und einfühlsame Pianist, seine unverzichtbare Grundlage gab. Kaum Bekanntes von Beethoven, etwa das komplexe, wie eine mehrgliedrige Opernszene aufgebaute „An die Hoffnung“, unter den zumeist reizende Unterhaltung bietenden englischen Liedern von Joseph Haydn auch der geheimnisvoll-düstere Stimmung verbreitende „Spirit's Song“ – veritable Entdeckungen, denen Dasch einen eigens für sie komponierten Zyklus zur Seite stellte: die freundlich aufgenommene Christa-Wolf-Vertonung „Nach-Fragen“, eine freitonale und mit kultivierten Vergangenheits-Hommagen operierende, den Texten poetisch nachspürende Liederkette des Briten Richard Beaudoin.
Konzerthaus [Vienna]: No Fear of the Sea Monster.
by Walter Weidringer, Die Presse, 22.03.2009
[...] It was the originality in putting together a diverse program of Lieder that was the evening’s actual strength; with the indispensable foundation provided by Wolfram Rieger, this excellent and sensitive pianist. Little known things by Beethoven, for instance the complex “An die Hoffnung”, structured like a multi-part operatic scene; among the songs by Joseph Haydn, mostly providing charming entertainment, there was also “Spirit Song”, which spreads a mysterious somber atmosphere – veritable discoveries, which Dasch combined with a cycle that was composed especially for her: “Nach-Fragen” by Briton [sic] Richard Beaudoin , set after Christa Wolf and warmly received, a freely atonal song-cycle that operates with sophisticated homages to the past and that probes the text in a poetic manner.